Luftzirkus Harsewinkel durch die Brille
zweier Modellflugpiloten

(ter). Handwerkliches Geschick, technisches Know-how, Wissen über Aerodynamik, Design und Spaß daran, Zuschauer zu unterhalten, das sind Fähigkeiten, die einen guten Modellflugpiloten ausmachen.

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50 Prozent basteln, 50 Prozent fliegen – das ist Modellflug. Früher ohne Flugsimulatoren hieß es: Learning by doing oder deutlicher: „Freitags wurde geflogen, nachts repariert, tags geflogen und erneut repariert“, erklärt Ulrich Thiel, Projektingenieur im Metallbereich nahe Koblenz. Sein Kollege, Arnd Weikamp aus Bocholt, ist Maschinenbautechniker.
Voller Einsatz sind z.B. 1.000 Stunden Arbeit, die Arnd Weikamp in den Bau des Doppeldeckers Christen Eagle II steckte. Das ist auch die Suche nach der Musik zur Show. „Der Sound soll rockig sein, aber nicht abgegriffen“, erklärt Weikamp.

In Harsewinkel setzte er auf Iggy Pop, da aber wegen des Windes Piloten zusammen flogen, nahm er Rücksicht auf den belgischen Kollegen, der seinen Kunstflug nur mit seinem Song absolvieren wollte. Man hilft sich eben.

Viele Modelle sind den Originalen nachempfunden, wie die Bell X1, die 1946 als Erste die Schallmauer durchbrach. Mit einem Raketenantrieb kann das Modell nicht dienen, aber einem selbstgebauten Strahltriebwerk mit Raucherzeugung, ebenso wie Thiels Kampfflugzeug BAE Hawk.

Und der Reiz vom Luftzirkus Harsewinkel? „Das Fluggelände ist ideal, die Modelle vielfältig wie selten, der Wettbewerbscharakter fehlt und die Stimmung ist einzigartig, denn Piloten und Zuschauer übernachten Tür an Tür“, sagt Thiel. Leider war der Wind zu stark, so dass die meisten Piloten erst Sonntag zum Zuge kamen und sich Flugzeiten teilten. Sicher ist sicher.