Wieder Laufen dank Hirnschrittmacher?

Foto: zto Picxabay

Schlaganfallfolgen mildern

(UDE/UK Essen). Nach einem Schlaganfall können viele nicht mehr richtig gehen oder stehen, weil sie unter Lähmungen und Koordinationsstörungen leiden. Mithilfe eines Hirnschrittmachers können solche Lähmungen rückgängig gemacht werden, dies beweisen Untersuchungen von Wissenschaftlern der Universitätskliniken Essen und Würzburg. Die Ergebnisse wurden kürzlich im internationalen Fachjournal Annals of Neurology veröffentlicht.

Erstversorgung bei Schlaganfallbetroffenen im Seniorenalter. Foto: zto Picxabay

Erstversorgung bei Schlaganfallbetroffenen im Seniorenalter.
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Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz, Direktor der Klinik für Neurologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen an der Universitätsmedizin Essen: „Bei Laborversuchen mit Tieren zeigte sich, dass es dank eines Hirnschrittmachers möglich ist, gelähmte Glieder nach einem Schlaganfall wieder beweglich zu bekommen. Ein wichtiger Etappensieg, der sich hoffentlich auch bald in den klinischen Alltag übertragen lässt.“

Der Schlaganfall ist weltweit die häufigste Ursache für eine körperliche Behinderung im Erwachsenenalter. Neben Symptomen wie Sprachstörungen können die Patienten oft nicht mehr richtig gehen, weil sie Lähmungserscheinungen und Koordinationsstörungen entwickeln. Kleinschnitz: „Obwohl sich die Behandlungsmöglichkeiten in der Frühphase eines Schlaganfalls in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, kann rund ein Drittel der Patienten nach einem Jahr immer noch nicht selbständig gehen. Es gibt aktuell keine wirksamen Medikamente, um diesen Heilungsprozess zu beschleunigen.“ Ein Hirnschrittmacher könnte die Lösung sein: Er gibt über eine in das Gehirn implantierte Elektrode elektrische Impulse an das Gewebe ab. Die Wissenschaftler konnten nun bei Tierversuchen zeigen, dass die so angeregte Region im Hirnstamm dafür sorgt, dass sich die betroffenen Tiere wieder besser bewegen konnten.

Hirnschrittmacher schon medizinischer Alltag
Bei Parkinsonerkrankten gehört das Einsetzen eines Hirnschrittmachers bereits zu den gängigen Verfahren der Behandlung. Die Forscher hoffen nun, diese Methode zukünftig auch bei bestimmten Schlaganfallpatienten erfolgreich anwenden zu können. Dazu müssen sie aber zunächst noch genauer herausfinden, welche speziellen Nervenzellen im Hirnstamm stimuliert werden müssen und wie die Langzeitwirkung dieses Verfahrens ist.