Nicht immer ist ein unbestellter Anruf

bei Immobilienverkäufern verboten

Berlin (ots). Gesetze und Rechtsprechung schützen den Verbraucher davor, von gewerblichen Anbietern mit Werbeanrufen belästigt zu werden. Doch wenn man als Immobilienverkäufer selbst seine Telefonnummer in der Öffentlichkeit angibt, muss man nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS einen solchen Kontaktversuch hinnehmen. (Oberlandesgericht Karlsruhe, Aktenzeichen 8 U 153/17)

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Der Fall: Eine Frau bot ihr Haus auf einem öffentlich einsehbaren Internetportal zum Verkauf „von privat” an. Sie wurde von mehr als 80 Maklern angerufen. Die Betroffene empfand das als eine Zumutung und ging vor Gericht. Sie sei dadurch in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt worden und es handle sich um eine wettbewerbswidrige Handlung. Die Beklagte – Vertreterin einer der Maklerfirmen – sah das nicht so. Wer seine Telefonnummer auf die beschriebene Weise angebe, der willige damit in eine Kontaktaufnahme ein.

Das Urteil: Zwar handle es sich hier unzweideutig um eine Telefonwerbung, beschied das Oberlandesgericht Karlsruhe, aber sie sei nicht verboten gewesen. Mit der Angabe der Rufnummer habe die Verkäuferin „ausdrücklich und konkret” ihr Einverständnis erteilt, kontaktiert zu werden. Schließlich sei auch in der Anzeige keine Rede davon gewesen, dass sie nicht von Maklern angerufen werden wolle.