Aus teils gedruckten Einzelkomponenten entstehen Sensoren, die Daten sammeln und übermitteln. Foto: Terschüren

Makerspace Gütersloh e. V.
bietet Selbermachenden
Wissen und Maschinennutzung

(ter). André Siewert unterhält ein Aquarium und ist Modellbauer für Boote und Autos. Klar, dass immer mal ein Ersatzteil oder ein Design-Stück fehlt. Ideal für die neu angeschafften 3D-Drucker vom Makerspace Gütersloh. „Das grüne Gebilde ist eine Mauer fürs Aquarium“, erklärt Siewert. Er ist Mitglied im Verein Makerspace Gütersloh, einer offenen Werkstatt für gemeinsame Projekte, die Selbermachenden offen steht. Anfang Februar trafen sich Interessierte in der Stadtbibliothek Gütersloh mit einem besonderen Anliegen: dem Bau von Sensoren zur Messung von Feinstaub, Temperatur und Feuchtigkeit.

„Wir helfen mit Wissen und Maschinen dabei, Ideen von Privatleuten zu verwirklichen“, erklärt Leon Farchau. Der Mechatronik-Auszubildende ist einer von acht Aktiven im neu gegründeten Verein. Damit ein 3D-Drucker Material drucken kann, braucht er über Software präzise Anweisungen, was bedeutet, dass ein Programmierer die Informationen in „Maschinensprache“ übersetzt. Inzwischen gibt es zahlreiche Software, die kostenfrei oder gegen einen geringen Betrag genutzt werden kann. Wie bei allen Neuheiten, müssen sich die Nutzer an die Technik erst herantasten. „Das Innenleben der Verteilerdose für die Sensoren passt nicht ganz genau. Die Streben sind etwas zu hoch und müssen gekürzt werden“, erklärt Kurt Gramlich vom Verein „Freie Software & Bildung“, der die Materialien für 20 Geräte gesponsert hat.

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Oft geht es darum, beim Programmieren zu helfen und an der Umsetzung mitzuarbeiten. „Andere Projekte waren zum Beispiel einen Roboter auf einer Linie entlang fahren zu lassen oder Licht an und aus-Schaltung in der Heimautomation zu installieren“, berichtet Leon Farchau. Ein Thema, das Gerhard Eimer aus Avenwedde interessiert. „Ich arbeite schon länger an einer Smarthome-Vernetzung und da passt die Idee von Sensoren gut dazu“, erklärt der Rentner. Das Programmieren ist aber nur ein Teil des Angebots, wie Olaf König betont. „Wir möchten uns universell aufstellen“, erklärt das Vorstandsmitglied. Derzeit arbeiten die Mitglieder an einem Multifunktionsgerät für die Holzbearbeitung, mit dem manuell gefräst und geschliffen werden kann. Begonnen wird damit demnächst im Keller der Bibliothek. Langfristig sucht der Verein aber einen weiteren Raum, in dem dann auch geschweißt werden kann. Um dieses Angebot zu optimieren, wünscht sich König die Mitarbeit von einem Schweißer und einem Tischler.

Seit März wurde das Angebot bereits um ein Repair-Café erweitert. Mit dem 3D-Drucker könnten beispielsweise Verschleißteile von Elektrogeräten der Stufenregler eines Toasters oder Türgriffe alter Waschmaschinenmodelle nachgebaut werden. Allerdings müssen Fragen der Sicherheit – Strom darf nicht übers Gehäuse abgeleitet werden – oder auch der Stabilität genau beachtet werden. Haftungsausschlüsse sollen für rechtliche Sicherheit sorgen.

Wer mitmachen möchte ist mittwochs von 17.30 bis 19 Uhr oder samstags von 10 bis 14 Uhr in der Stadtbibliothek Gütersloh, Blessenstätte 1, im zweiten Stock willkommen. Ein Mitglied zahlt 20 Euro bzw. 10 Euro ermäßigt im Monat. Familienmitglieder die Hälfte.