Gesetzlich Versicherte müssen nicht nur ihre Versichertenkarte beim Zahnarzt zücken - ihnen flattert zusätzlich oftmals eine üppige private Rechnung ins Haus. Foto: djd/ergodirekt.de/Getty Images/Antonio Guillem

Drei Tipps, um die Zahnarztrechnung

besser verstehen zu können

(djd-k). Bei vielen Behandlungen beim Zahnarzt ist es mittlerweile die Regel: Gesetzlich Versicherte müssen ihre Versichertenkarte zücken und es flattert zusätzlich eine Rechnung ins Haus. Je nach Leistung können diese privaten Zuzahlungen richtig ins Geld gehen – für höherwertigen Zahnersatz etwa sind in der Regel üppige Beträge fällig, die Krankenkassen übernehmen nur die günstigere Regelversorgung. Anders als Rechnungen, die man im Alltag sonst begleichen muss, werden Rechnungen über private Zuzahlungen beim Zahnarzt meist schicksalsergeben hingenommen. Tatsächlich haben auch gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf Transparenz – und sollten sich die Mühe machen, sowohl den Heil- und Kostenplan als auch die spätere Rechnung gründlich zu prüfen. Mehr Informationen zum Thema gibt es etwa unter www.ergodirekt.de/meinzahn.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) enthält einen Leistungskatalog, zu dem neben Standardleistungen auch aufwändigere Diagnose- und Therapiemethoden gehören, die die Kassen aus Kostengründen nicht anbieten. Die Abrechnung dieser Leistungen erfolgt direkt zwischen Patient und Zahnarzt. Bei der Abrechnung kann der Zahnarzt den Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad einer Behandlung berücksichtigen. Der sogenannte Steigerungsfaktor fällt höher aus, wenn sich während der Behandlung Komplikationen ergeben. Sollten Patienten Zweifel an der Höhe der privaten Zuzahlung haben, können sie bei einem anderen Zahnarzt eine Zweitmeinung einholen. Das gilt auch dann, wenn man der Meinung ist, dass die im Heil- und Kostenplan vorgesehenen Leistungen nicht alle notwendig sind. Unter den Zahnärzten gibt es nur sehr wenige schwarze Schafe, die ihre Patienten “abzocken” wollen. Dennoch sollten Patienten stets das Motto beherzigen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Hier sind drei Tipps:

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1.

Prüfen Sie den sogenannten Steigerungsfaktor auf Ihrer Rechnung! Faktor 2,3 wird für eine durchschnittliche Leistung angesetzt. Ist er so hoch, wie er vereinbart wurde? Fragen Sie nach, wenn die Rechnung deutlich höher ausfällt als der Heil- und Kostenplan. Fordern Sie den Zahnarzt auf, seinen Mehraufwand glaubwürdig zu begründen.

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2.

Verstehen Sie Ihre Rechnung oder wimmelt es von lateinischen Fachbegriffen? Dann bitten Sie Ihren Zahnarzt, Ihnen das Ganze zu “übersetzen”. Sie haben ein Recht auf eine verständliche Rechnung.

3.

Denken Sie bei der Zahnarztrechnung an die Rechnung einer Autoreparatur: Bei dieser haben Sie vorher mit der Werkstatt vereinbart, was defekt ist, was repariert werden soll und was es ungefähr kostet. Ebenso transparent und nachvollziehbar sollte die Zahnarztrechnung sein.