Myokardinfarkt. Foto: Fotolia.de

Myokardinfarkt durch niedrige Temperaturen?

(medicalpress). Sind niedrige Temperaturen ein Auslöser für einen Myokardinfarkt? Dieser Frage sind Forscher der schwedischen Universität Lund nachgegangen. In einer 16 Jahre laufenden Studie haben sie mehr als 280.000 Patienten beobachtet.

Das Herz ist nicht nur ein sehr potentes, sondern gleichzeitig auch sensibles Organ. Bei niedrigen Temperaturen und Kälte verengen sich die Blutgefäße. So erhöht sich ihr Widerstand und damit auch der Blutdruck. Ein gesundes Herz verkraftet dies meist ohne Probleme, für Menschen mit hohem Blutdruck oder einer Herzschwäche kann es kritisch werden. „Es gibt saisonale Unterschiede beim Auftreten von Herzinfarkten: im Sommer weniger und im Winter mehr. Unklar ist, ob dies auf kältere Temperaturen oder auf Verhaltensänderungen zurückzuführen ist“, erklärt Dr. Moman Mohammed, einer der Studienautoren. Zusammen mit Kollegen von der Universität Lund untersuchten die Wissenschaftler die Wetterbedingungen zum Zeitpunkt des Auftretens von kardialen Ereignissen. Dazu wurden Daten von meteorologischen Stationen des schwedischen Instituts für Meteorologie und Hydrologie (SMHI) verwendet.

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Auffällig war, dass Menschen an Tagen mit Temperaturen unter null Grad häufiger einen Herzinfarkt erlitten als an Tagen mit über zehn Grad. Zudem erhöhte sich die Anzahl der Herzinfarkte an Tagen mit höheren Windgeschwindigkeiten, weniger Sonnenlicht und hoher Luftfeuchtigkeit. Das schwedische Forscherteam untersuchte zudem den Zusammenhang zwischen dem Auftreten eines Myokardinfarkts und dem Wetter in Untergruppen, wie etwa ältere Menschen, Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes oder vorherigen Infarkten. Es stellte sich heraus, dass sich in allen Gruppen eine ähnliche Korrelation entwickelt hatte. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Lufttemperatur einen Herzinfarkt auslösen kann“, so Dr. Mohammed. Da es sich bei dieser Untersuchung um eine Beobachtungsstudie handelt, müssen weitere Faktoren genauer analysiert werden.