Grünes Licht für einen zweiten RTW für Verl

Foto: Kreis Gütersloh

Einsatzzahlen im Rettungsdienst deutlich gestiegen

Gütersloh. Die Einsatzzahlen im Rettungsdienst sind seit der Entscheidung des Kreistages zum aktuellen Rettungsdienstbedarfsplan im Oktober 2013 um zirka 15 Prozent gestiegen. Ein Grund für die Verwaltung eine Anpassung des zuletzt 2013 beschlossenen Rettungsdienstbedarfsplan vorzunehmen. Ziel der Anpassung ist es, dass innerhalb der so genannten Hilfsfrist in 95 Prozent aller Notrufe ein Rettungswagen nach zwölf Minuten vor Ort ist. Lag die Quote im Jahr 2013 noch bei 92,21 Prozent erreicht der Rettungsdienst derzeit eine Quote von 93,44 Prozent. Um noch besser zu werden, wird in der Vorlage unter anderem die Stationierung eines zweiten Rettungswagens in Verl vorgeschlagen.

 

„Wir sind durch die 2013 beschlossenen und umgesetzten Maßnahmen besser geworden, haben aber unser Ziel vor allem aufgrund des andauernden erheblichen Anstiegs der Einsatzzahlen noch nicht ganz erreicht“, zieht Thomas Kuhlbusch, Fachbereichsleiter Gesundheit, Ordnung und Recht, ein Fazit. „Wir werden nachjustieren, um unser Ziel von 95 Prozent zu erreichen.“ Im Jahr 2013 war unter anderem ein zweiter Rettungswagen für die neue Rettungswache in Rietberg beschlossen worden. Schon damals war vom Gutachter auch für Verl ein zweiter RTW vorgeschlagen und ins Gespräch gebracht worden. Dessen Beschaffung scheiterte zum damaligen Zeitpunkt noch an einem Vorbehalt der Krankenkassen, die für den Bereich Rietberg und Verl seinerzeit zunächst nur einen RTW als bedarfsgerecht anerkannt haben. Als Kompromiss verständigten sich Kreis und Kassen, die über die Rettungsdienstgebühren die Kosten tragen müssen und die ihr Einvernehmen erklären müssen, auf folgende Regelung: Der zweite RTW für Verl wurde mit dem Vorbehalt in den Bedarfsplan aufgenommen, dass dieser erst dann beschafft wird, wenn eine weitere Überprüfung spätestens nach ein bis zwei Jahren diesen Bedarf bestätigt. Dass dieser Bedarf weiterhin besteht, darüber herrschte nun Einvernehmen. „Damit ist die Ampel für den zweite RTW von gelb auf grün gesprungen!“, so Kuhlbusch. Nach der Empfehlung des vom Kreis Gütersloh beauftragten Gutachters Jens Petri von der Firma Orgakom lässt sich von diesem Standort am wirksamsten die Gesamtzahl der Hilfsfristüberschreitungen senken. Denn der zweite Verler RTW kann sowohl in Friedrichsdorf und Spexard (beides Ortsteile von Gütersloh) als auch in Rietberg und Schloß Holte-Stukenbrock wie auch in Verl selbst unterstützend wirken. Denn allein in diesen Gebieten trat eine sehr hohe Anzahl an Hilfsfristüberschreitungen auf. Zudem soll auch in Gütersloh, Rietberg und Schloß Holte-Stukenbrock mehr Personal eingesetzt werden, um die dortigen Rettungswagen länger einsatzbereit zu halten.

 

Die bereits 2013 beschlossene Verlegung der Rettungswachen Harsewinkel an die Oesterweger Straße soll unter anderem zu einer Verbesserung der Versorgung in Versmold führen. Die Verlegung der Versmolder Rettungswache an die Rothenfelder Straße, die gegen Ende des Jahres bezogen wird, wird auch zu einer schnelleren Erreichbarkeit der Einsatzorte sowohl in Versmold als auch in Borgholzhausen führen.

 

Um das gleiche für Herzebrock-Clarholz zu erreichen, setzt der Kreis Gütersloh auf Nachbarschaftshilfe: Die Kreisverwaltung Gütersloh hat Kontakt mit den Kollegen im Warendorfer Kreishaus aufgenommen. Denn derzeit stellt auch der Nachbarkreis seinen Bedarfsplan neu auf. Und der wird entscheidend dafür sein, ob und wo die bisher nur provisorisch eingerichtete Rettungswache Beelen zu einer dauerhaften Einrichtung werden wird. Wenn ja werden bei der notwendigen Standortsuche auch Einsatzzahlen aus dem süd-westlichen Bereich des Kreises Gütersloh mit bewertet werden. Darüber hinaus beabsichtigt der Kreis Gütersloh während der Tagesstunden montags bis freitags testweise einen Rettungswagen von Halle/Westf. nach Steinhagen auszulagern. Dadurch  soll ausgelotet werden, ob sich dadurch eine Verbesserung der Versorgungssituation in Steinhagen erreichen lässt.

 

Und der Bedarf und die damit verbundenen Investitionen, daran lassen die Verantwortlichen beim Kreis Gütersloh keinen Zweifel, werden auch in Zukunft nicht geringer werden. Nach den aktuellen Neubauten in Versmold und Harsewinkel wird als nächstes die Rettungswache Halle/Westf. an der Reihe sein. Deren Standort an der Oldendorfer Straße lässt keine Erweiterung mehr zu. Die Einsatzzahlen werden dies aber über kurz oder lang nötig machen, eine Standortverlegung wird nötig sein. Bis es soweit ist, wird der Kreis den Lückenschluss A 33 und die absehbare Entlastung der B 68 abwarten, da sich durch die neue Verkehrsinfrastruktur die Fahrzeiten und damit die Einsatzzeiten des Rettungsdienstes deutlich verbessern werden.

 

Bildzeile: Einen zweiten Rettungswagen, hier im Archivfoto ein in diesem Jahr angeschafftes Modell, wird der Kreis Gütersloh tagsüber in Verl stationieren.