Endlich wieder selber gehen!

Exoskelette wie das der Californischen Firma Ekso Bionics geben Gehbehinderten ein Stück Selbstständigkeit zurück. Foto: Ekso Bionics.

Exoskelette setzen sich bei den Sozialgerichten als Alltagshilfsmittel zum Behinderungsausgleich durch

(jj). Querschnittsgelähmten und anderen rollstuhlpflichtigen Menschen das Laufen zumindest in einem gewissen Umfang wieder zu ermöglichen, ist der Anwendungsbereich so genannter Exoskelette, die in den letzten Jahren erstmalig auch in Deutschland in alltagstauglicher Bauweise auf den Markt gebracht wurden.

Exoskelette wie das der Californischen Firma Ekso Bionics geben Gehbehinderten ein Stück Selbstständigkeit zurück. Foto: Ekso Bionics.

Exoskelette wie das der Californischen Firma Ekso Bionics geben Gehbehinderten ein Stück Selbstständigkeit zurück.
Foto: Ekso Bionics.

Bei diesen Medizinprodukten wird dem Patienten ein mit Gelenken, Antriebsmotoren und Sensoren versehenes computergesteuertes Robotergestell angelegt, das ihm das selbstständige Laufen wieder ermöglicht. Das Gerät passt sich dabei den Laufbewegungen des Anwenders an. Ziel ist es, dass der Patient das Gerät irgendwann selbst anlegen kann und damit seine selbstständige Mobilität wiedererlangt.

Exoskelette sind Kassenleistung
Aufgrund der relativ hohen Kosten (ca. € 100.000,-) wurde die Kostenübernahme von Gesetzlichen Krankenkassen bislang überwiegend abgelehnt. Nun stellten mittlerweile drei Sozialgerichte fest, dass die modernen Exoskelette grundsätzlich auch zum Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenkasse gehören.

Im Einzelfall sei jedoch immer zu prüfen, ob der Versicherte tatsächlich auch in der Lage ist, damit laufen zu können. Unterschiedliche Auffassungen werden durch die Gerichte dahingehend vertreten, bis zu welchem Grad der behinderte Mensch dann wieder von der Hilfe anderer unabhängig wird.

Versogungsanspruch wenn die Körperfunktion verbessert wird
Die Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes legt seit Jahren fest, dass das Versorgungsziel bei der Hilfsmittelversorgung zum Behinderungsausgleich immer das Gleichziehen mit einem Gesunden sein muss.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Patient nur dann einen Versorgungsanspruch hat, wenn die Behinderung durch die Gehhilfe auch tatsächlich vollständig ausgeglichen wird. Es ist vielmehr völlig ausreichend, wenn die ausgefallene oder eingeschränkte Körperfunktion wieder verbessert wird.

Der Autor: Rechtsanwalt Julian Jakobsmeier von der Rechtsanwaltskanzlei Müller & Dr. Paul aus Gütersloh.

Der Autor:
Rechtsanwalt Julian Jakobsmeier
von der Rechtsanwaltskanzlei
Müller & Dr. Paul aus Gütersloh.