Ein sanftes Kraulen des Rückens genießen Hunde in der Regel mehr als innige Umarmungen, bei denen sie sich bedrängt fühlen. Foto: djd/Agila/Sven Brauers - Fotolia

Die Körpersprache von Hunden
richtig verstehen

(djd). Ein intensiver Blick, ein Nicken oder Lächeln: Körpersprache kann in verschiedenen Kulturen völlig unterschiedliche Signale senden. Was hier höflich ist, kann anderswo mit Befremden registriert oder sogar als Beleidigung aufgefasst werden. Und wenn es schon zwischen uns Menschen körpersprachliche Kommunikationsprobleme gibt, wird schnell deutlich, warum es auch bei Mensch und Haustier immer wieder zu Missverständnissen kommt.

Bedrohliche Umarmungen

„Das Problem liegt dabei häufig beim Menschen, der nicht versteht, was der Hund mit seiner Körpersprache und Mimik ausdrückt“, erklärt Franziska Obert, Expertin der Agila Haustierversicherung. „Hunde können unsere Körpersprache dagegen ziemlich gut deuten“, so Obert. Genaue Beobachtung hilft dabei, auch die Fellnasen richtig zu verstehen.

Ein häufiger Anlass zur Fehlinterpretation: die heißgeliebte Kuscheleinheit. Was gibt es Schöneres, als die Nase tief im Fell des Vierbeiners zu vergraben und ihn innig zu umarmen? Menschen drücken mit dieser Geste  aus. Für Hunde gilt das Gegenteil: Sie fühlen sich in einer Umarmung häufig gefangen und unsicher, schlimmstenfalls sogar bedroht.

Anzeichen, dass der Hund sich unwohl fühlt, sind übermäßiges Blinzeln, über die Lefzen lecken, Ohrenzucken oder ein Wegdrehen des Kopfes. Ignoriert der Mensch diese Anzeichen, kann es sogar dazu kommen, dass der Hund seine Zähne einsetzt, um sich Luft zu verschaffen. Tipp: Ein Streicheln der Brust oder ein Kraulen des Rückens ist für den Menschen genauso schön, und für das Tier ein Genuss.

Lächeln – ein Lernerfolg

Hunde haben ein überaus reges Minenspiel. Dazu gehört auch das „Lächeln“, wobei der Hund seine Lefzen zurückzieht und so die Zähne zeigt. Dieses Verhalten, das eigentlich eher ein Hecheln ist, kommt im Umgang von Hunden untereinander vor, wenn sie gestresst sind und Demut demonstrieren. Im Laufe des Zusammenlebens mit dem Menschen haben Hunde jedoch gelernt, dass ein Lächeln bei ihm ein Zeichen der Freundlichkeit ist – und ahmen es im Kontakt mit dem Menschen als Aufforderung zum Spiel oder zur Begrüßung nach.

Schau mir in die Augen, Kleines

Studien haben gezeigt, dass – zumindest zwischen einem Menschen und seinem eigenen Hund – ein intensiver Blickkontakt die gegenseitige Bindung stärkt. Oxytocin, der in die Literatur als „Kuschelhormon“ eingegangene Stoff, wird sowohl beim Menschen als auch beim Tier ausgeschüttet, wenn beide sich in die Augen schauen. „Sucht der Hund den Blickkontakt zu ‚seinem‘ Menschen, ist das ein gutes Zeichen“, so Agila-Expertin Obert. „Er vertraut ihm und seiner Entscheidung.“

Katzen – durchschaut!

Wer glaubt, dass Katzen geheimnisvoll und rätselhaft sind, schaut nur nicht genau genug hin. Auch die Samtpfoten weisen ein reiches Repertoire an Gestik und Mimik auf, mit dem sie einiges über sich verraten. Ausdauernder Blickkontakt etwa zeugt von Dominanzverhalten. Ein Weiten der Pupillen – unabhängig von starken Lichtveränderungen – ist ein Anzeichen starker innerlicher Erregung. Und auch ein Blick auf die Ohren der Katze lohnt sich: Sind sie nach vorne und außen gedreht, ist alles in bester Ordnung. Aber Vorsicht bei gespitzten, nach hinten weisenden Ohren: Dann steht das Barometer auf Sturm.