Notbremse: Die Diagnose Burn-out ist längst keine Ausnahme mehr und kann jeden treffen. Foto: djd/Die Schwenninger/thx

Warum ein Leben unter Strom so gefährlich für die Gesundheit ist

(djd). Mal ein paar Überstunden, mal ein paar stressige Wochen, weil zeitgleich Kollegen krank sind oder die Urlaubszeit für leere Stühle im Büro sorgt – solche Ausnahmesituationen kennt jeder. Sie sind anstrengend, können zu schlaflosen Nächten führen, hinterlassen aber in der Regel keine bleibenden gesundheitlichen Spuren. Anders ist es, wenn ein hoher Stresspegel zum Dauerzustand wird. Das ist bei immer mehr Arbeitnehmern in Deutschland der Fall, wie eine aktuelle Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit zeigt.

Hohe Belastung für Körper und Seele
Die „Arbeitsverdichtung“, also die Tatsache, dass immer mehr Aufgaben auf immer weniger Schultern lasten und in immer kürzerer Zeit erledigt werden müssen, gilt laut Studie als häufigstes Risiko für die psychische Gesundheit. „Die Anforderungen an Arbeitnehmer sind höher geworden“, sagt auch das Autorenteam des Buches „Die Gesundarbeiter“, Siegfried Gänsler und Thorsten Bröske. „Sowohl bei Qualifikationen und längeren Arbeitszeiten als auch bei der eingeforderten Qualität der Arbeitsergebnisse.“

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Ablesbar sind die Folgen der dauerhaften Überlastung auch an der wachsenden Zahl an Krankmeldungen aus psychischen Gründen. Laut Deutscher Rentenversicherung stieg sie allein von 2000 bis 2014 um 50 Prozent. Die Diagnose Burn-out ist längst keine Ausnahme mehr. Und sie ist kein Manager-Phänomen.

Wege aus dem Dauerstress
Anhaltender Druck hat nicht nur psychische Auswirkungen, sondern auch messbare Folgen für die körperliche Gesundheit. Werden dauerhaft zu viele Stresshormone ausgeschüttet, kann das unter anderem zu Bluthochdruck, aber auch zu Magenproblemen, Schlafstörungen und chronischen Verspannungen führen.

Wichtig ist es deshalb, Warnsignale erst zu nehmen – und grundlegend etwas zu ändern. Dabei helfen will jetzt zum Beispiel das neue Internetportal Mach-es.de. Hier finden Interessierte fundierte Tipps dazu, wie sie gesünder mit ihrer Energie haushalten können. Neben ganz praktischen Anregungen zu einem gesünderen Lebensstil geht es auch um Themen wie eine gute Work-Life-Balance.

Denn gerade hier gebe es viel zu tun, so Siegfried Gänsler und Thorsten Bröske: „Aufgrund der ständigen Erreichbarkeit über E-Mail und Smartphone können Arbeitnehmer kaum noch abschalten.“ Um gesund, leistungsfähig und motiviert zu bleiben, sei es aber unverzichtbar, klare Grenzen zwischen Beruf und Privatleben zu ziehen. Denn Gesundheit sei nicht nur für den Einzelnen das höchste Gut, sondern auch der entscheidende Erfolgsfaktor für Unternehmen.