Harsewinkel aus Radlersicht.

Europa im Visier

Der Herbst naht und damit neigt sich die Radsaison zumindest für die „Schönwetterfahrer“ dem Ende zu. Nachdem unsere kleine Sommerserie mit Touren in und um den Kreis zuletzt so manche sportliche Herausforderung parat hielt, wollen wir es zum Abschluss etwas gemächlicher, heißt auch wieder flacher angehen lassen. Dabei steht dieses Mal wieder der Europaradweg R1 im Mittelpunkt, den wir auf der ersten Tour in seinem östlichen Verlauf durch den Kreis bereits kennengelernt hatten. Diesmal geht es nach Westen, direkt aus dem Herzen Güterslohs über Marienfeld / Harsewinkel und durch die idyllischen Boomberge zurück via Herzebrock-Clarholz und Rheda wieder in die Kreisstadt.

Los geht unsere Tour fast im Herzen Güterslohs und zugleich mit einer der landschaftlich reizvollsten Passagen der Stadt, der Dalkepromenade. Kurz südlich des Stadttheaters, am Beginn dieses Grünzuges (hinter dem Carl-Miele Berufskolleg), wo die Tour später auch wieder endet, radeln wir los. Es geht erst mal auf schattigen Wegen immer die Dalke entlang, nahezu ungestört von Verkehr und Lärm der Stadt. Mit Erreichen des großzügig renaturierten Flußlaufs nahe der ‚Neuen Mühle‘ (Achtung: kurz zuvor Umleitung wegen Bauarbeiten bis Okt. 2017!) geht es jetzt über kleine Nebenstraßen immer der Beschilderung des R1 nach.

Zwischenziel, Marienfeld mit seiner sehenswerten Klosteranlage.

Zwischenziel, Marienfeld mit seiner sehenswerten Klosteranlage.

Vorbei am ehemaligen Militärflughafen verlassen wir bald Gütersloher Gebiet und folgen dem idyllischen Lauf des Lutterbaches bis zum nächsten Zwischenziel, Marienfeld mit seiner sehenswerten Klosteranlage, heute als Hotelbetrieb geführt. Nur wenig später durchquert der R1 ein weiteres landschaftliches Highlight des Kreises, die Boomberge südlich von Harsewinkel; der Ortskern wird nur gestreift, aber ein kleiner Abstecher zu einer ersten Rast in einer der Eisdielen oder Gaststätten ist nicht weit (am Feuerwehrhaus rechts ab – hin und zurück ca. 1 km). Auf der Weiterfahrt sehen wir, warum der Ort auch „Die Mähdrescherstadt“ heißt, denn die Route führt ein ganzes Stück entlang an der Firma Claas, eine der größten ihrer Branche.

Ein kleiner Abstecher in Harsewinkel zu einer ersten Rast in einer der Eisdielen oder Gaststätten ist nicht weit.

Ein kleiner Abstecher in Harsewinkel zu einer ersten Rast in einer der Eisdielen oder Gaststätten ist nicht weit. Fotos: Priesmeier.

Während zuvor die Boomberge mit ihren mit Kiefern bestandenen Dünen noch an die östlich gelegene Senne erinnern, ähnelt nun westlich von Harsewinkel die Gegend allmählich der Münsterländer Parklandschaft. Nur wenig später, kurz nach Überqueren der hier bereits recht stattlichen Ems, sagen wir im Weiler Kortenhegge dem R1
Tschüss, weil er hier nach Westen Richtung Warendorf abbiegt, während wir nun dem GT 18 folgend geradeaus weiterfahren bis Clarholz.

Noch vor Erreichen der B 64 biegen wir links ab, um über kleine inner-örtliche Straßen Herzebrock anzusteuern. Dort gehört eine kleine Ehrenrunde um den pittoresken Kirchplatz (gleich nebenan das Kloster mit Klostergarten) zum Pflichtprogramm, bevor wir uns notgedrungen ins Verkehrsgetümmel stürzen, denn es gilt, die verkehrsreiche B64 und die Bahnlinie zu queren.

Danach geht‘s schnurstracks Richtung Rheda, immer schön den Rot-Weißen Schildern des NRW-Radwegesystems nach. Besonders attraktiv ist die Stadtzufahrt aus westlicher Richtung, so wie wir es tun, durch das große Waldgebiet Hambach. Nach Verlassen führt uns die Route geradeaus auf direktem Wege in die gute Stube Rhedas, den Doktorplatz. Spätestens hier sollte Zeit und Gelegenheit sein, in einem der vielen umliegenden Gastronomiebetriebe ein Päuschen zu machen, bevor wir nun gestärkt die letzte Etappe der Rundtour in Angriff nehmen.

Die führt uns aus dem Stadtzentrum (evtl. mit Abstecher durch den Schloßgarten) direkt an die hier schnurgerade verlaufende Ems im sogenannten ‚Werl‘. Hier befinden wir uns nun auf dem Emsradweg, folgen dem mit ein paar Schlenkern und lassen Rheda hinter uns. Einmal heißt es jetzt noch aufmerksam sein, wenn kurz hinter der Brückenüberfahrt über die B 64 (am Mertenshof mit Galerie) unsere Route fast eine Spitzkehre nach rechts macht.

Kurz dahinter an einer Wegespinne sollten wir die Einfahrt in die Sudheide nicht verpassen, die zwischen Bahnlinie und Rhedaer Forst direkt nach Gütersloh führt. Nur wenig später auf Gütersloher Gebiet wird sie dann zur Rhedaer Straße, die, vorbei am bekannten Kibitzhof, fast mitten ins Zentum von ‚Gütsel‘ führt. Ganz so weit brauchen wir aber nicht zu Radeln, vorher geht‘s noch einmal links ab, Richtung Ev. Friedhof, unmittelbar dahinter erreichen wir die Grünanlage mit dem Startpunkt unserer Tour.

Der Autor hofft, sie hat gefallen, genauso wie die eine oder andere Tour unserer kleinen Sommerserie für Radler, die damit erst mal endet. 2018 geht es weiter mit den Touren.