Elterntaxi-Haltezone am Südring in Rheda- Wiedenbrück bei der Piusschule: Die Straßenwärter Christian Scholz (l.) und Nils Benteler vom Kreisbauhof bringen die Schablone in Position. Anschließend wird die Markierung samt blauer Schraffierung in zwei Parkbuchten aufgebracht. Foto: Kreis Gütersloh

„Lass(t) uns laufen!
Weniger Elterntaxis an meiner Schule“

(Gütersloh/Rheda-Wiedenbrück). Rechtzeitig zum neuen Schuljahr heißt es an vier Grundschulen im Kreis Gütersloh „Lasst uns laufen!“. Mit blauer Farbe und neuen Schildern werden in den nächsten Wochen die sogenannten Elterntaxi-Haltezonen in der nahen Umgebung von vier der fünf Pilotschulen des Projektes „Lass(t) uns laufen! Weniger Elterntaxis an meiner Schule“ eingerichtet.

Immer mehr Kinder werden in den vergangenen Jahren von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht. Dies führt häufig zu gefährlichen Verkehrssituationen vor den Schulen, beeinträchtigt die Entwicklung der Kinder und belastet die Umwelt. „Mit dem Projekt möchten wir nicht nur den motorisierten Verkehr im Schul- und Wohnumfeld vermindern, sondern vor allem die Kinder stärken und ihnen sicher und selbstständig zurückgelegte, erlebnisreiche Schulwege ermöglichen“, erklärt Kim Nadine Ortmeier, Klimaschutzmanagerin beim Kreis Gütersloh.

Im Frühjahr dieses Jahres startete das Projekt „Lass(t) uns laufen! Weniger Elterntaxis an meiner Schule“, das der Kreis Gütersloh und die Verkehrswacht Gütersloh in Zusammenarbeit mit der Kreispolizei und den Kommunen durchführen. Aus 23 Bewerbungen wurden fünf Pilotschulen in Gütersloh, Halle (Westf.), Langenberg, Rheda-Wiedenbrück und Schloß Holte-Stukenbrock ausgewählt.

Für die Festlegung der Hol- und Bringzonen waren mehrere Schritte nötig. So wurden mit Hilfe einer anonymen Elternbefragung an jeder Pilotschule die Verkehrsmittel und -wege der Kinder erfasst und analysiert. Auf Grundlage dieser Daten und Vor-Ort-Terminen mit Elternvertretern, Schulleitungen, Lehrkräften, der Kreispolizei und der Kommune wurden drei bis vier Hol- und Bringzonen im nahen Umfeld der Schulen ausgewählt. „Wir haben darauf geachtet, dass wir Stellen auswählen, an denen die Autos einfach halten und wieder abfahren können und keine Wendemanöver nötig sind“, sagt Bernhard Riepe, Sachgebietsleiter Verkehrslenkung beim Kreis.

Auch die Mitarbeit der Eltern war ausdrücklich erwünscht. So hatten die Eltern bereits früh die Möglichkeit sich auf Elternabenden, Elternsprechstunden und auf einem Schulfest einzubringen und sich an der Auswahl der Standorte für die Hol- und Bringzonen zu beteiligen.

Dauerhafte Verhaltensänderungen gewünscht
Parallel zu den Hol- und Bringzonen wird das Verkehrszähmerprogramm an allen fünf Pilotschulen eingeführt. „Das Programm ist ein ganzheitliches langfristig angelegtes Schulwegkonzept, das auf dauerhafte Verhaltensänderungen setzt.

Es kann ohne Probleme in den Schulalltag integriert werden und vorhandene Aktionen zur Verkehrserziehung unterstützen und vertiefen“, erläutert Pia Coulthard von der Verkehrswacht Gütersloh das Prinzip des Programms.

Der eigenständig gegangene Schulweg ermöglicht den Kindern wertvolle persönliche Erlebnisse − nicht vorbestimmt durch die Erwachsenenwelt. Die Kinder werden durch ihre erweiterte Mobilität gestärkt und erhalten Verantwortung für ihren eigenen Schulweg und die damit verbundene Zeit.

Sie erleben selbstbestimmt ihre Umwelt, stärken ihren Orientierungssinn und können sich mit anderen Kindern austauschen. Zusätzlich werden die Kinder durch das Bezwingen von Drachenautos und dem Sammeln von Zaubersternen, die im Klassenverbund eingelöst werden können, motiviert aktiv mitzumachen.

Weitere Informationen zu dem Projekt „Lass(t) und laufen!“ gibt Kim Nadine Ortmeier von der Koordinierungsstelle Energie und Klima des Kreises Gütersloh unter Telefon 05241 – 85 2763 oder unter www.kreis-guetersloh.de