Schafbeweidung an der Glenne
im Langenberger Stadtteil Benteler

(Langenberg). Ganz entspannt erkunden die Tiere von Schafzüchter Dominik Severin ihr neues Zuhause an der renaturierten Glenne. Die 19 Schafe sind in zwei separate Deckgruppen unterteilt, neun Schafe auf der nord-westlichen und zehn Schafe auf der süd-östlichen Seite, das Wasser der Glenne trennt die beiden Gruppen voneinander. Auf beiden Seiten laufen grau-schwarze Heidschnucken und die größeren, weißen Bentheimer Landschafe. Ziel der Schafbeweidung ist die Landschaftspflege. Die Schafe verbeißen unter anderem die Erlen und halten das Gras kurz. „Ohne Schafe würde die Landschaft verbuschen und der Kreis hätte einen enormen Pflegeaufwand“, erklärt Oliver Juhnke, Bauleiter des Projektes beim Kreis Gütersloh.

„Man muss sich erstmal einfinden. Das ist Neuland für uns alle“, erklärt Severin. Seine Schafe scheinen das gelassen zu sehen und erkunden nach wenigen Minuten bereits das Gebiet, das von einem 900 Meter langen Zaun umgeben ist. Der Schäfer hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, alte Rassen wie das Bentheimer Landschaf zu erhalten.

Der Rückbau der Glenne im Langenberger Stadtteil Benteler ist das bislang größte Renaturierungsprojekt im Kreis Gütersloh. Mit der Renaturierung der Glenne auf einer Fläche von sechs Hektar setzte Stefan Sibilski, Sachgebietsleiter Kultur- und Wasserbau, mit seinem Team die Europäische Wasserrahmenrichtlinie um. Diese besagt, dass eine gute chemische und ökologische Qualität in den Gewässern erreicht werden soll. Mit der Umgestaltung entstehen ein natürlicher Flusslauf und eine Verbesserung des Hochwasserschutzes für das Gebiet. In der Vergangenheit wurden viele Flüsse begradigt, um die Bewirtschaftung effizienter zu gestalten. Die Renaturierungsarbeiten sind im Frühjahr 2019 beendet worden. Jetzt ist nur noch die Sanierung des „alten“ Wehres abzuschließen. Hierfür wird ein letztes Mal das alte Wehr gezogen, um die notwendigen Arbeiten durchführen zu können.

Auch wenn die Schafe genug Nahrung durch Pflanzen finden können, wird von dem Besitzer zugefüttert. Dadurch wird Kontakt zwischen Tier und Mensch aufgebaut. „Wenn man sich nicht um die Schafe kümmert, wird das nichts. Sie müssen einen Bezug zu uns bekommen“, erklärt Severin. „Sonst werden sie scheu“. Gerade beim Umtreiben der Schafe auf eine andere Weide hilft das enorm. Es kann vorkommen, dass vereinzelte Tiere von der Gruppe weglaufen. In dem Fall ist ein guter Bezug zu den Schafen hilfreich, um sie wieder einzufangen.

Die Schafe werden sich schnell an das neue Umfeld gewöhnen. Dennoch holt Severin seine Tiere im März zu sich zurück an den Hof. Dort können die Mutterschafe lammen, auch wenn die Tiere in der Regel ohne menschliche Hilfe zurechtkommen. Dabei kann von Beginn an Kontakt zu den Lämmern aufgebaut werden. Im April werden die Schafe zurück zur Glenne gebracht.