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Wünsche deutlich machen

Patientenverfügung:
Eindeutige und konkrete Angaben wichtig

(ots). Eine Patientenverfügung ist für Ärzte juristisch bindend, muss aber absolut eindeutige Formulierungen enthalten. „Mein Appell: Beraten Sie sich zu einer Patientenverfügung mit Ihrem Hausarzt und legen Sie konkret fest, welche Behandlungen Sie ganz persönlich in welchen Situationen wünschen oder ausschließen möchten“, betont der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf,
Prof. Stefan Kluge.

„Laut Bundesgerichtshof muss eine Patientenverfügung konkret auf einzelne medizinische Behandlungen bzw. bestimmte Krankheiten eingehen – was viele Patientenverfügungen leider nicht tun“, so der Experte. Wer zum Beispiel keine lebenserhaltenden Maßnahmen wünsche, müsse das eindeutig schriftlich festhalten. „Ein ‚Ich will keine Schläuche‘ genügt keinem Arzt“, betont Kluge.

Vielmehr müsse im Dokument explizit stehen, dass zum Beispiel bei einem schweren Schlaganfall mit absehbarer Pflegebedürftigkeit auf lebenserhaltende Maßnahmen verzichtet werden solle. „Und zwar möglichst konkret, etwa, keine künstliche Beatmung und keine künstliche Ernährung über Sonde oder Infusion.“

Auch die Frage einer möglichen Organspende sollte dem Mediziner zufolge geklärt sein. Vordrucke für Patientenverfügungen gibt es unter anderem bei den Ärztekammern, Verbraucherzentralen und Justizministerien der Länder, beim Bundesjustizministerium (www.bmj.de) sowie bei örtlichen Hospiz- und Palliativvereinen.