Schluss mit Lustig! TV Verl bietet Kurs „Sicherheit für Frauen ab 50“

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(ter). Doris tanzt vor Freude, reißt die Faust mit einem „Ja“ hoch. Abschluss eines Kurses, der gar nicht lustig klingt: „Sicherheit für Frauen ab 50“. Grund für die unbändige Freude ist das Durchschlagen eines Brettes. „Frauen sind viel stärker als sie denken und das soll mit dieser Übung klar werden“, erklärt Kursleiterin Maja Kraft, Kursleiterin beim TV Verl. Eine andere Teilnehmerin ist Susanne. Sie ist 20 Jahre lang Taxi gefahren. Angst hatte die mittelgroße Frau dabei nur selten. Ihr geht es wie den anderen acht Teilnehmerinnen darum, im Kopf klar zu kriegen, wie sie im Fall der Fälle reagieren könnten. Ein Angreifer muss übrigens kein Mann sein. Eine Teilnehmerin berichtet beispielsweise, wie einmal eine aufgebrachte Frau über den Schreibtisch hechtete um sie anzugreifen.

Die Umgebung im Auge behalten
Maja Kraft kennt viele solcher Geschichten. Seit vielen Jahren macht sie Judo. In diesem Kurs kann in zweieinhalb Stunden nur an der Oberfläche gekratzt werden. „Hört deshalb auf euer Bauchgefühl“, rät sie. Einige Täter lassen sich von einer entschiedenen Körperhaltung und einer deutlichen Stimmmodulation von ihren Plänen abhalten. „Behaltet die Umgebung im Blick, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen“, so die Gütersloherin.

Schreien, kneifen, schlagen, beißen, treten, wenn nötig gezielt und beherzt, das wird in Verl trainiert. Kommt es hart auf hart, bietet ein Körper reichlich Angriffsziele wie Nase, Ohren, Augen, Kehle, kleine Finger, Brust, Bauch, Knie, die Innenseiten von Oberschenkeln und Oberarmen, Füße und am effizientesten natürlich das Geschlecht. Als „Waffe“ kann zum Beispiel ein Schlüsselbund dienen, bei dem die einzelnen Schlüssel hochkant zwischen die Finger gesteckt werden. „Sehr effizient und immer zur Hand“, sagt Maja Kraft.

Jemandem weh zu tun, kostet meistens erstmal eine gehörige Portion Überwindung. Es ist deshalb gut, dass im Kurs alles langsam aufgebaut wird. „Jede Frau muss in jeder Situation selbst entscheiden, wie weit sie gehen will und kann“, betont Maja Kraft. In der Realität müssen Notwehr oder Nothilfe „angemessen“ sein, und was das im konkreten Fall heißt, wird eventuell in einem Gerichtsverfahren zu klären sein.
Karen geht in Stellung, nimmt Schwung, holt mit ihrem rechten Bein aus und tritt laut schreiend zu, fängt den Schwung ab, macht einen Ausfallschritt nach vorn und platziert einen Faustschlag.
„Sich wirklich effizient zu wehren, erfordert automatisches Handeln, das nur jahrelanges Training ermöglicht“, weiß Maja Kraft. Sie rät, zu versuchen, Bewegungsfreiheit und Distanz zu halten. Und falls dann doch das Schlimmste eintritt: Irgendwie überleben, denn Patentrezepte gibt es natürlich nicht.
Weitere Infos zu Kursen unter www.tv-verl.de.