Erste Plätze für die Fahnenschwenker aus Neuenkirchen gab es beim Bundeswettkampf 2015 in den Disziplinen Einzel-Schwenker (drei Mal), Mannschaftswertung, Synchron- und Show-Schwenken. Foto: Privat

Lasst Fahnen sprechen

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Fahnenschwenker der St. Hubertusschützenbruderschaft Neuenkirchen erfolgreich

(ter). Antiquiert, verstaubt, schnarchnasig? Von wegen. Wer die Fahnenschwenker der St. Hubertusschützenbruderschaft Neuenkirchen in Aktion erlebt, der kann gar nicht anders als beeindruckt zu sein. Und das geht nicht nur Laien so.

Bestätigt wurde das hohe Niveau unter anderem durch die Jury bei den Bundesjungschützentagen im niedersächsischen Bösel im vergangenen Jahr. Das Team um Fahnenschwenker-Chef Daniel Mertensotto kehrte mit fünf Meistertiteln zurück. Die Siege im Synchron- und im Show-Schwenken gingen das erste Mal nach Neuenkirchen. Alle Titel sollen Mitte Oktober in Wissen bei Köln verteidigt werden.

Unter dem Titel „Filmriss“ hatte Mertensotto verschiedene Filmmusiken zusammengeschnitten und dazu eine Choreografie auf weiten Zuwürfen im Quarre, akrobatischen Aufbauten, verschiedenen Schrittformationen und synchronen Fahnenbewegungen entwickelt. Allerdings nicht allein wie Corinna Abel und Julia Reckmann stolz berichten. „Wir entscheiden mit, welche Musik genommen wird, was choreografisch gut passt und was nicht so gut geht“, erklären die 17-Jährigen. Die eine ist schon seit zehn Jahren dabei, „weil sie etwas anderes machen wollte als Fußball oder Tischtennis zu spielen“. Insgesamt hat die Truppe zweieinhalb Jahre an dieser Showeinlage gearbeitet. Herausgekommen ist eine dynamische Darbietung, präzise ausgeführt, minutiös einstudiert und elegant präsentiert.

Eine ganz andere Dimension erreicht aber eine andere Choreografie. „Anfang des Jahres war ich lange krank geschrieben. Da habe ich mich hingesetzt und zu einer vertonten Schöpfungsgeschichte eine Show für Fahnenschwenker entworfen“, erklärt Mertensotto. Im Bibeldorf haben sie diese neue Choreografie gezeigt, mit beeindruckendem Erfolg. „Es war großartig zu sehen, wie ein christlicher Schützenverein sich einer Geschichte aus der Bibel annimmt und diese mit Fahnen inszeniert“, freut sich Pfarrer Dietrich Fricke. Eingebunden in den Gottesdienst und aufgeführt in der Basilika mit der entsprechenden Beleuchtung war dies ein Erlebnis, das, wie Brudermeister Klaus Henkenherm es ausdrückte, Gänsehaut verursacht.

Eine Geschichte mit Fahnen erzählen? Irgendwie schon wie die Fahnenschwenker live ganz kurz zeigen. Als der Sprecher zur Musik von den Früchten, die die Bäume tragen sollen, berichtet, knien sich Marina Gerks und Bezirksfahnenschwenker-Obfrau Carina Hemkendreis hin, Corinna klettert auf die Knie und alle drei schwenken die Fahnen, ebenso wie der Mertensotto im Hintergrund. Die Anspielung ist klar, oder? Der feste Stand, die Wurzeln, die Bestäubung und das Wachstum – alles symbolisch ausgedrückt mit Körpern, mit Fahnen, mit Bewegung und das alles passend zur Musik und zu den machtvollen Worten.

Damit die Fahnenschwenker auch in Zukunft erfolgreich sind, engagieren sich die Hubertusschützen beim Nachwuchs. Zuständig hierfür ist die Trainerin Marina Gerks. Die Ergotherapeutin lud zum Fahnenbasteln ein und konnte wieder eine kleine Truppe von sieben neun bis 12jährigen begeistern. Jetzt üben sie fleißig: das Schwenken und Umgreifen, ohne dabei das winzige Teppichstück zu verlassen. Die Fahne darf weder den Boden, noch den Körper berühren. Die Kinder benutzen Fahnen, die deutlich kleiner sind als die für die Erwachsenen. Für die Ausrüstung gilt übrigens: Da darf nichts knallen, nichts knarzen und der Stoff muss sich perfekt aufstellen, wenn die Fahne geworfen wird. Und für den Holzstiel sorgt der hauseigene Tischler Christian Gerks.

Training ist jeden Samstag um 13:30 Uhr in der Turnhalle am Diekamp. Jeder Interessent ist willkommen, gern auch Ältere. Infos gibt es bei Daniel Mertensotto, Tel. 0151 54770327, Marina Gerks, Tel. 0176 99271663 oder per Mail unter fahnenschwenker-nk@gmx.de.

 

Schwierige Aufbauten und eine beeindruckende Choreografie überzeugten bei den Bezirkswettkämpfen 2016. Foto: Privat

Schwierige Aufbauten und eine beeindruckende Choreografie überzeugten bei den Bezirkswettkämpfen 2016. Foto: Privat