Gaunerzinken

„Gaunerzinken“ als Markierungen für lohnende Einbruchsobjekte oder nicht?
Ende letzten Jahres wurde vermehrt in den Medien über sogenannte „Gaunerzinken“ berichtet. Auch in Gütersloh waren Ende November 2013 mysteriöse Markierungen an Laternen zu finden. Manch ein Anwohner sorgte sich, von Diebesbanden ausgespäht zu werden. Die Polizei konnte die Angelegenheit schnell aufklären: Ein älterer Herr aus Löhne war auf Betteltour und markierte mit seinen Kreidekreuzen die Straßen, die er schon abgeklappert hatte.

Trotz des glimpflichen Ausgangs dieser Episode scheint etwas dran zu sein an den geheimnisvollen Zeichen. So gab die Flensburger Polizei kurz vor Weihnachten eine Warnmeldung heraus, nach der im Raum Flensburg bei Wohnungseinbrüchen in unmittelbarer Nähe zum Tatort „Gaunerzinken“ gefunden wurden. Diese „Zinken“ haben ihren Ursprung im Frühen Mittelalter und bestehen aus verschiedenen einfachen Symbolen: Kreisen, Gitter, Striche, Rechtecke. Sie geben dem Täter Hinweise ob sich z.B. ein Einbruch lohnt, beste Tatzeiten oder mögliche Fluchtrichtungen.

Über die Jahre tauchten diese Markierungen immer wieder auf. Mal mit Kreide, Kohle oder auch Bleistift aufgemalt – achten Sie auf Markierungen an Gartenzäunen, Briefkästen, Hauswänden oder am Klingelknopf. Beliebt waren sie z.B. vor vielen Jahren bei den „Drückerkolonnen“, die mit rühtseligen Stories Zeitschriften-Abos an der Haustür verkaufen wollten.

Was ist zu tun?

Das lohnend erscheinende Objekte von Diebesbanden im Vorfeld ausgespäht werden, kann als gesichtert gelten. Ob dabei allerdings „Gaunerzinken“ verwendet werden oder doch eher eine Digitalkamera eingesetzt wird ist unbekannt. Sollten sich also Personen auf ihrem Grundstück oder im direkten Umfeld aufhalten, die nicht zu ihrer Nachbarschaft gehören, könnte es sich um Leute handeln, die den Bereich ausspähen. Seien Sie wachsam! Sprechen Sie darüber mit Familie, Freunden und Nachbarn. Eine gute Personenbeschreibung ist hilfreich. Sollten Sie einen „Gaunerzinken“ entdeckt haben, machen Sie am besten ein Foto von dem Symbol, entfernen das Zeichen und Informieren Sie die Polizei über den Sachverhalt.

Abbildung: Heutige Gaunerzinken, © Manfred Brückels
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