Eintauchen in die Welt der Berufe Mädchen und Jungen nutzten den Schnuppertag/Fachhochschule zum ersten Mal dabei

 

Gütersloh (gpr). Messen und montieren, pflanzen und pflegen: Am Girls` und Boys` Day war das Reinschnuppern in ganz unterschiedliche Berufswelten erwünscht. Rund 180 Schülerinnen der siebten bis zehnten Klassen nutzten am Donnerstag die Chance um in mehr als 15 Unternehmen und Einrichtungen einen Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen. Statt Tafel und Kreide standen Metall, Beton, Erde, Elektrokabel und Computerprogramme im Mittelpunkt. Bereits zum zwölften Mal beteiligte sich die Stadt Gütersloh am Girls` Day, der von Agnes Bröckling-Kuron von der Gleichstellungsstelle der Stadt Gütersloh, koordiniert wird.

 

In der Stadtverwaltung standen insgesamt 60 Plätze für Mädchen in acht verschiedenen Bereichen zur Verfügung. Bürgermeisterin Maria Unger begrüßte die Schülerinnen, die für einen Tag die Arbeit in verschiedenen Bereichen wie Bauordnung und Vermessung, Feuerwehr, Immobilienmanagement und Wirtschaftsförderung, Stadtreinigung, Tiefbau, IT-Service und auch  Stadthalle und Theater kennenlernen und damit erleben konnten, wie vielfältig die Berufe in der Stadtverwaltung sind.

 

Aber auch rund 30 Jungen hatten eine Chance, in eher für Jungen untypischen Bereichen wie im Pflegedienst des Klinikum Gütersloh und im Bereich der Altenpflege Erfahrungen zu sammeln, während die Kita-Plätze in diesem Jahr wegen des Streiks nicht zur Verfügung standen.

 

Ingenieursnachwuchs gesucht: Fachhochschule nahm zum ersten Mal am Girls` Day teil

 

FHGruppeSechs Mädchen wollten die „Elektrotechnik mit Spannung“ erleben. In der Fachhochschule Bielefeld, am Standort Gütersloh in der Schulstraße, konnten sie mit den Tipps von Professor Werner Schwertfeger und der Diplom-Ingenieurin Vanessa  Prott-Warner erfahren, wie man Spannung misst und was genau ein Widerstand ist. Damit ließen sie sich auf einen Laborversuch ein, der ansonsten im ersten Semester des Studienganges Mechatronik/Automatisierung durchgeführt wird. „Das macht Spaß, weil es logisch und strukturiert ist“, sagte die fünfzehnjährige Lena Thiesbrummel, die sich durch ihren Physiklehrer gut vorbereitet fühlte. „Das ist gut zu verstehen, wenn es gut erklärt wird“, meinte Lea Geißelmann.

 

Im Vorfeld des praktischen Versuchs konnten sich die Mädchen mit Vanessa Prott-Warner über Frauen in Ingenieurberufen austauschen. Prott-Warner hatte sich schon als Schülerin für die Leistungskurse Physik und Mathematik begeistert, so dass sie sich für ein Studium der Physik-Technik in Emden entschied. Mit einer Initiativbewerbung konnte sie sich bei einem Unternehmen mit der Spezialisierung auf Oberflächenprüftechnik durchsetzen und war für mehrere Jahre weltweit für das Unternehmen im Einsatz. Die Ingenieurin, die seit  Mai letzten Jahres als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachhochschule Bielefeld arbeitet, hat außerdem drei Kinder im Alter von acht bis 12 Jahren und hat nebenberuflich  ein Studium  „Technischer Vertrieb“, absolviert. „Offenheit für einen technischen Beruf“, das möchte sie den Mädchen beim Girls Day vermitteln. „Wer Interesse an einem technischen Beruf hat, sollte dranbleiben.“

 

 

 

GirlsDayFeuerwehrBU: 210 Schülerinnen und Schüler in Gütersloh machten am Girls` und Boys` Day ihre eigenen Erfahrungen mit den „typischen“ Männer- und Frauenberufen: 60 Schülerinnen und Schüler wurden auf dem Hof der Feuerwache begrüßt.

 

BU: Ran an die Mechatronik und Automatisierungstechnik: Im Labor der Fachhochschule Bielefeld konnten die Mädchen bei einem Versuch erfahren, wie man Spannung misst.

 

BU: Mit welchen Schaltungen bleiben die Messfehler möglichst klein: Diplom-Ingenieurin Vanessa Prott-Warner, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachhochschule Bielefeld, gibt Katharina Schnatmann, 14, (links) und Marie Kampmann, 15, Tipps, wie das am besten gelingt.