Abschied nach über vier Jahrzehnten

Jean Makedonopoulos geht als ehrenamtlicher Mitarbeiter

der Beratungsstelle für ausländische Mitbürger in den Ruhestand

 

 

Gütersloh (gpr).  Als Mitarbeiter der Beratungsstelle für ausländische Mitbürger ist  Jean Makedonopoulos  sozusagen Gründungsmitglied. Seit über vier Jahrzehnten berät der  gebürtige Grieche  nicht nur seine Landsleute sondern alle, die Rat und Hilfe suchen. Jetzt geht der knapp 80jährige auch in diesem Ehrenamt in den Ruhestand. In einer kleinen Feierstunde zum Abschied würdigte Bürgermeisterin Maria Unger die Arbeit von Jean Makedonopoulos und dankte für „viele  Stunden ehrenamtlichen Einsatzes.“

 

Ein Dankeschön, das  Makedonopoulos an die Bürgermeisterin und den städtischen Integrationsbeauftragten Eckhard Sander gern zurück gab. Als „effektiv, konstruktiv und produktiv“ beschrieb er die Arbeit in der Beratungsstelle. Gütersloh sei mit seiner Integrationspolitik Vorbild im Land, betonte er. Dass auch Makedonopoulos in den vergangenen Jahrzehnten daran seinen großen  Anteil hatte, ist unbestritten. Seit 1971 ist der Mann mit den Staatsangehörigkeiten Deutsch und Griechisch Mitarbeiter der Beratungsstelle, ab 1972 gehörte er zum „Koordinierungs- /Arbeitskreises zur Betreuung der ausländischen Mitbürger“, dem Vorläufer des Ausländerbeirats. Zu dieser Zeit lebte Jean Makedonopoulos, der 1934 in Kavala, im Norosten Griechenlands, geboren wurde,   seit gut zehn Jahren in Deutschland, wo der gelernte Buchdrucker nach einer weiteren Ausbildung als Bürokaufmann eine Anstellung in der Personalabteilung der Firma Miele gefunden hatte. Auch hier war er unter anderem Ansprechpartner für seine griechischen Kollegen und fungierte als  Dolmetscher.

Selbstredend  gehörte Jean Makedonopoulos als Mitglied seit 1980 auch dem Ausländerbeirat an, wurde 1995 dessen Vorsitzender  und war 1996 auch Gründungsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in NRW, dessen stellvertretender Vorsitzender er lange blieb. 1999 wurde er für die CDU-Fraktion in den Rat der Stadt gewählt und widmete sich hier vor allem Bildungs- und Sozialthemen.

Träger des Bundesverdienstkreuzes ist Makedonopoulos seit 2004.  Stolz darf er aber auch auf die persönliche Ehrung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel sein, die ihn 2008 als  Einwanderer der ersten Generation würdigte. Die Landesregierung NRW  schließlich würdigte sein „besonderes bürgerschaftliches Engagement“ im Jahr 2011.

Ihm seien nur wenige Menschen im Land bekannt, die sich ehrenamtlich und uneigennützig so intensiv für Belange von Einwanderern einsetzten, fasst Eckhard Sander, selbst seit 1974 als Integrationsbeauftragter der Stadt im Einsatz, die Leistungen von Jean Makedonopoulos zusammen. Und auch Panagiotis Varlangas, aktueller Vorsitzender des Rates für Integration, lobt die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligter in Gütersloh: „Sie haben Meilensteine gesetzt.“

Dass nun Jüngere in der Beratungstätigkeit folgen sollen, hat Jean Makedonopoulos für sich entschieden. Dass er Marinos Ioannu, seinem Nachfolger in der Beratungsstelle, im Zweifel mit Rat und Tat zur Seite steht, dürfte keine Frage sein. Die Integration von Zuwanderern – aus welchem Land auch immer – bleibt für Jean Makedonopoulos ein Herzensanliegen, ebenso wie die Verwurzelung in Gütersloh. So zeigte er sich  sichtbar gerührt über das Geschenk, das ihm die Bürgermeisterin zum Abschied überreichte: einen Bandring mit Gütersloh-Motiven.

 

 

Dankeschön für großen Einsatz in Sachen Integration: (v.l.) Integrationsbeauftragter Eckhard Sander, Bürgermeisterin  Maria Unger,  Marinos Ioannu (Nachfolger von Jean Makedonopoulos in der Beratung), Panagiotis Varlangas, Vorsitzender es Rates für Integration, Jean und Anne Makedonopoulos.