40 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Gütersloh und Châteauroux

Im Oktober wird in Gütersloh gefeiert.

Ein Baum mit vielen Ästen und starken Wurzeln

Gütersloh (gpr). 40 Jahre Städtepartnerschaft sind „eine Bank“. Und sie haben in vier Jahrzehnten Wurzeln geschlagen. Deshalb darf man den handfesten Präsenten, die jetzt beim Jubiläumsfestakt in Châteauroux zwischen den Bürgermeistern Henning Schulz und Gil Avérous ausgetauscht wurden, durchaus eine symbolische Bedeutung zuschreiben.

Die französische Partnerstadt hatte extra eine wunderschöne Holzbank mit beiden Wappen auf der Rückenlehne anfertigen lassen. Henning Schulz war mit dem Versprechen auf einen Gingko nach Châteauroux gereist. Der Baum soll auf Wunsch der Stadt im dortigen Botanischen Garten seinen Platz finden und im Herbst gepflanzt werden – ergänzt um ein Schild, das der Gütersloher Bürgermeister sozusagen als „Gutschein“ im Gepäck hatte. Auf ihm ist – in französischer Übersetzung – ein Goethe-Gedicht über den „Gingko Biloba“ zu lesen, ergänzt durch den Hinweis auf den besonderen Anlass des Geschenks.„Eine Städtefreundschaft wächst wie ein Baum, sie verzweigt sich in viele Richtungen, sie treibt Blüten und übersteht auch alle Jahreszeiten,“ hatte Henning Schulz beim Festakt in der historischen ehemaligen Kapelle „Chapelle des Redemptoristes“ auf die Symbolik hingewiesen. 40 Jahre seien eine lange Zeit für eine Partnerschaft, die nun bereits über mehrere Generationen lebendig geblieben sei.

Chateauroux

40 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Gütersloh und Châteauroux. Fotos: Stadt Gütersloh /Stadt Châteauroux.

Als aktuelle Beispiele nannte Schulz unter anderem die Arbeit der deutsch-französischen Gesellschaft, die kürzlich eine Reisegruppe aus Châteauroux zu Gast hatte oder das zweite historische Ausstellungsprojekt, das Historiker aus Gütersloh und Châteauroux zurzeit über die Jahre des Zweiten Weltkriegs in beiden Städten gemeinsam erarbeiten.

Aber auch ein weiterer Gast des Festakts repräsentierte in besonderer Weise die lange Verbundenheit zwischen Gütersloh und seiner ersten Partnerstadt (von inzwischen fünf). Georg Felsheim war im Namen der Deutschen Botschaft in Paris nach Châteauroux gereist. Die Teilnahme an Jubiläumsfeiern gehört zwar nicht unbedingt zum Alltagsgeschäft des Leiters der politischen Abteilung dort, auf dessen Schreibtisch die Einladung eher zufällig gelandet war. Doch der gebürtige Gütersloher gehörte Ende der Siebziger Jahre als Schüler des Ev. Stiftischen Gymnasiums zu den ersten, die im Rahmen des Schüleraustauschs nach Châteauroux fuhren. Er warb mit anrührenden Worten dafür, auch weiterhin junge Menschen für eine aktive Städtepartnerschaft zu begeistern.

Ehrengast in dem mittelalterlichen Festsaal war auch Güterslohs langjährige Bürgermeisterin Maria Unger, die in den über 20 Jahren ihrer Amtszeit immer einen intensiven Kontakt zu den Partnerstädten gepflegt hat und in Châteauroux viele Freunde wiedertraf – unter ihnen Jean-Yves Hugon, als stellvertretender Bürgermeister seit langem für die Pflege der Städtepartnerschaften mit Engagement unterwegs, und Christiane Jürging, im Rathaus zuständig für die Städtepartnerschaften. Das „Pendant“ zu Karin Delbrügge im Gütersloher Rathaus ist selbst Beispiel für den Erfolg der Städtepartnerschaft: Christiane Jürgings Ehemann stammt aus Gütersloh, kennengelernt hat man sich, als der junge Herr Jürging einst die Partnerstadt besuchte und um touristische Betreuung bat.

„Et voilà“ ist daraus eine dieser schönen Geschichten geworden, die man aus 40 Jahren deutsch-französischer Freundschaft erzählen kann. Mehr davon im Oktober, wenn in Gütersloh dieses besondere Jubiläum gefeiert wird und das Ehepaar Pasquet wieder einmal mit Delikatessen aus der Region auf dem Schinkenmarkt die große Schar der Stammkunden versorgt.

Dann werden insgesamt ca. 40 Gäste aus Chateâuroux in Gütersloh sein, neben der offiziellen Delegation u.a. von der International Police Association und der Handball-Sport-Gemeinschaft (HSG) und der deutsch-französischen Gesellschaft.