25 Jahre die Geschicke Güterslohs an entscheidender Stelle mit gesteuert

25 Jahre die Geschicke Güterslohs an entscheidender Stelle mit gesteuert

Dr. Bernhard Cordes, langjähriger Erster Beigeordneter der Stadt, starb im Alter von 83 Jahren

 

Gütersloh (gpr). Er war ein Mann, der lieber in der Stille wirkte, als auf großer Bühne:  ein effizienter  Denker und präziser Formulierer, ein pflichtbewusster Beamter, ein begeisterter Fußballfan und ein erklärter Freund des Gütersloher Theaters. Am Sonntag ist Dr. Bernhard Cordes, langjähriger Erster Beigeordneter der Stadt Gütersloh, im Alter von 83 Jahren verstorben. Bürgermeisterin Maria Unger würdigte ihn als  „einen Menschen, der in äußerst verantwortungsvoller Weise die Geschicke der Stadt Gütersloh über 25 Jahre lang an entscheidender Stelle mit gesteuert hat. Dr. Bernhard Cordes  war ein Mann mit vielfältigen Interessen, ein angenehmer, belesener und humorvoller Gesprächspartner, aber auch ein aufmerksamer Zuhörer und Ratgeber.“

 

Am 1. November 1970 wurde der gebürtige Rheda-Wiedenbrücker (St.Vit) in das Amt des Ersten Beigeordneten der Stadt Gütersloh gewählt. Zuvor hatte der studierte Jurist bereits drei Jahre lang kommunale Erfahrungen bei der damaligen Kreisverwaltung Wiedenbrück gesammelt. Der Weg zurück in die Heimat entsprach zwar der Bodenständigkeit von Dr. Cordes, war aber in seinem beruflichen Lebenslauf nicht von vornherein  angelegt. Sein Studium führte ihn nach dem Abitur am Gütersloher Evangelisch Stiftischen Gymnasium nach Bonn, München und Münster, später aber auch als Fulbright-Stipendiat  in die USA. ‚Sein beruflicher Weg begann an der Universität Michigan und an der FU Berlin, bevor er schließlich unter dem damaligen Kulturminister Prof. Mikat bei der Düsseldorfer Landesregierung „anheuerte“.

 

Familiäre Gründe –  die Heirat mit seiner Frau Gertrud, geb. Lütkemeyer und die Geburt zweier Kinder – führten ihn wieder zurück  in die Region seiner Kindheit und ins Gütersloher Rathaus, wo er fortan für Soziales, Schule, Jugend, Sport und Kultur zuständig war und zudem als Erster Beigeordneter den Stadtdirektor vertrat. In die Amtszeit des Wahlbeamten, dem der Gütersloher Rat durch Wiederwahl mehrfach das Vertrauen aussprach,  fielen wesentliche Entwicklungsschritte der in dieser Zeit expandieren Stadt Gütersloh. So lag ihm, wie er zu seinem Abschied aus dem Berufsleben 1995 betonte, die Entwicklung der Gütersloher Schulen ebenso am Herzen wie in der Jugendarbeit die Erziehungsberatung oder Anfang der Neunziger Jahre die Unterbringung von Aussiedlern, Umsiedlern und Asylbewerbern.  In die Amtszeit von Dr. Cordes fielen auch kulturelle Großprojekte wie der Neubau der Stadtbibliothek, der Aufbau des Stadtmuseums oder die Einrichtung des Stadtarchivs – Themen für die sich der Historiker aus Leidenschaft in besonderer Weise begeistern konnte. Als bedauerlich für die Stadt, ihr Kulturprogramm und ihre Rolle im Wettbewerb der anderen Städte empfand er es – so war  aus seinen Äußerungen herauszulesen – dass ein Theaterneubau in seiner Amtszeit nicht realisiert werden konnte. Entsprechend klar positionierte er sich später im Ruhestand zur Gründung eines Theaterfördervereins.

Der Kunst, der Kultur, aber auch dem Sport gehörte neben der Familie ein großer Teil der privaten Zeit von Dr. Bernhard Cordes. Seine Begeisterung für den FC Schalke 04 war legendär, sein Wissen um die Geschichte Preußens beeindruckte Fachleute und Laien gleichermaßen. Dabei blieb Dr. Bernhard Cordes aber immer das, was den Umgang mit seinen Mitmenschen prägte: korrekt, an der Sache orientiert, die eigene Person in den Hintergrund stellend.

Das Seelenamt für Dr. Bernhard Cordes findet am Freitag, 21. März, um 14 Uhr in der St. Pankratius-Kirche in Gütersloh statt, anschließend ist die Beerdigung auf dem Alten Stadtfriedhof Unter den Ulmen.

 

 

Cordes 2005 - Foto MuschBei Verwendung des Fotos

Bitte mit Hinweis Bild: Stadtarchiv/Hans-Dieter Musch