Hoch motiviert und engagiert im Dienst

Hoch motiviert und engagiert im Dienst

Gütersloh. Als Chef muss man ein guter Motivator sein? Weisheiten aus der Management-Literatur, die Landrat Sven-Georg Adenauer getrost vergessen durfte, denn er konnte jetzt beim Dienstjubiläum einen hoch motivierten Mitarbeiter für 40-jähriges Engagement und vier Mitarbeiterinnen für insgesamt hundert Jahre engagierten Einsatz im öffentlichen Dienst loben. Personalratsvorsitzende Anja Kern gratulierte mit einem Geschenk aus der Mitarbeiterkasse und einem floralen Gruß.

Hans-Bernhard Elbracht, Siebdrucker, Drucker und Reprographiker aus Batenhorst liebt seinen Job, was der Landrat daran festmachte, dass Elbracht den erheblichen technischen Wandel von der Matritze zu Hochleistungskopierer und Kuvertiermaschine bravourös gemeistert hat. Elbracht sei zudem der Typ Servicedienstleister, immer freundlich, immer geduldig, stets flexibel und nie um eine Idee, eine Lösung verlegen. Bernie – wie ihn der halbe Kreis Gütersloh nennt- Elbracht ist Hobby-Koch und hat sich als großes Organisationstalent bei vielen Kreisfesten, Sommerfesten, Helferfesten und Betriebsausflügen erwiesen. Auch nach vierzig Jahren als Drucker sieht Elbracht die Ära des Papiers nicht als beendet an: „In vielen Bereichen wird fast gar nichts mehr gedruckt, andere expandieren, wie beispielsweise die Drucksachen im Bereich Jobcenter: Vordrucke und Formulare.“

Ebenfalls mit Verve dabei ist Dr. Ulrike Kasten-Wünsch aus Gütersloh. Die Ärztin mit Anästhesieausbildung und internistischer Facharztausbildung führt schulärztliche Untersuchungen durch, beispielsweise bei sonderpädagogischem Förderbedarf oder vor der Einschulung. Aus der Tuberkulose-Vorsorge wechselte sie in die Hygiene-Belehrung, mit 9.000 Klienten pro Jahr, die zwanzig verschiedene Sprachen sprechen, ein wichtiger Bereich im Kreis Gütersloh. Auf die Frage des Chefs, wie sie mit dieser doch eher robusten Klientel zurechtkomme, erklärt die Ärztin: „Wir haben Dolmetscher, wir haben einen Kommunikationskursus besucht, der auch über die Behördenstruktur in anderen Ländern informierte, und ich habe mich da ganz adaptiert.“ Großen Wert legt sie darauf, dass die Hygienebelehrung ihrem Namen auch gerecht wird: „Ich wähle die Formulierungen so, dass jeder mich versteht.“ Über die Schulmedizin hinaus hat sie Interesse an Homöopahtie. Das erwachte, als sie sich als Internistin mit vielen Nebenwirkungen konfrontiert sah. Die Ärztin wünscht sich eine intelligentere Lösung für Krankheit und Gesundheit: „Die Dinge ganzheitlich sehen“.

„Waser ist mein Leben“, sagt Antje Herrman aus der Trinkwasser- und Umwelthygiene. Und man nimmt es der Langenbergerin ab, wenn sie Wässer in Schloß Holte-Stukenbrock über Harsewinkel bis Werther charakterisiert, als handele es sich um verschiedene Weine. Ihre Heimat an der Küste, wo mit weichem Wasser Tee zubereitet wird, machte sie sensibel für den Geschmack von Wasser: „Ja, ich trinke auch Wasser aus dem Kran, aber für Tee brauche ich einen Enthärter.“ Die Gesundheitsingenieurin ist zuständig für Trinkwasserüberwachung und Beratung der Bürger, Sanierungsmöglichkeiten, Orts- und Siedlungshygiene. Sie hat am Aufbau der Trinkwasserdatenbank Aesculap mitgearbeitet und meint von sich selbst: „In die Thematik kann ich mich reinstürzen.“ Was bei 15.000 privaten Brunnen im Kreis Gütersloh kein Problem sein sollte.

Nicht weniger begeistert vom Thema Wasser ist Ulrike Rediker-Authmann. Die diplomierte Steinhagener Ingenieurin für Landespflege hat dabei eine andere pflegerische Perspektive: „Wie wirken sich Eingriffe in die Landschaft auf Fließgewässer und Grundwasser aus?“ In der Unteren Landschaftsbehörde ist sie für die Abwicklung der Eingriffsregelung für Bauvorhaben im Außenbereich und wasserrechtliche Verfahren zuständig. Zudem betreut sie die Naturschutzgebiete Boomberge, Hühnermoor und Jakobsberg und pflegt die Internetseiten der Abteilung Umwelt. Mit jungen Leuten kann die Mutter zweier Töchter gut umgehen. Sie hat sie sich besonders um Praktikanten, Auszubildende und Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr gekümmert – auch um diejenigen, die im lettischen Valmiera eingesetzt waren.

Bei der Harsewinkelerin Mechthild Schwermann ist es sozusagen vererbtes Engagement: Ihr Ehemann war 37 Jahre lang in der Fleischbeschau des Kreises tätig. Sie stieg mit 40 Jahren in diesen Job ein und nimmt den Anlass ihres 25-jährigen Dienstjubiläums zugleich als Startschuss für die Rentenzeit. Die ausgebildete Fleischkontrolleurin führte im Betrieb Gausepohl Kontrollen durch und wurde in der kalten Jahreszeit auch zu Untersuchungen bei Hausschlachtungen gerufen.

Bildzeile: Ihr Dienstjubiläum feierten (v.l).: Mechthild Schwermann, Dr. Ulrike Kasten-Wünsch, Hans-Bernhard Elbracht, Antje Herrmann und Ulrike-Rediker-Authmann. Landrat Sven-Georg Adenauer (links) und Personalratsvorsitzende Anja Kern (rechts) stellten sich mit den Jubilaren zum Erinnerungsbild.