10 Irrtümer beim Mietrecht

10 Irrtümer beim Mietrecht
Verlassen Sie sich nicht auf Gerüchte

Das kennen Sie vieleicht: In Rechtsfragen kursieren viele Meinungen was erlaubt ist und was nicht geht. Meistens basieren diese Infos allerdings nur auf Hörensagen. Das gilt natürlich auch für das Mietrecht – und zwar für beide der beteiligte Parteien. Sie kennen sich kaum, haben aber oft eine lange und komplizierte Beziehung: Der Mieter und sein Vermieter. Anlass für Streit kann vieles werden, vom Wohnungsschlüssel über laute Parties bis hin zur Kündigung. Dabei irren sich beide Seiten häufig bezüglich ihrer Rechte – denn zahlreiche Mythen rund ums Mietrecht halten sich hartnäckig. Unsere Liste mit den 10 populärsten Irtümern präsentieren wir Ihnen hier …

Die 10 größten Mietrechtsirrtümer:

1.) Ein bis zwei laute Partys pro Jahr sind erlaubt
Das hört sich doch gut an, stimmt aber nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Von 22:00 bis 6:00 Uhr ist ist die Nachtruhe in jedem Fall einzuhalten. Musik und Gespräche dürfen dann eigentlich nur in Zimmerlautstärke geführt werden. Am besten Sie sprechen sich mit den anderen Mietparteien und dem Vermieter ab ….

2.) Ausschließlich die Mängel an der Bausubstanz berechtigen zu Mietminderung
Laut Gesetz muss eine Wohnung einen „Mangel“ aufweisen. Dieser kann aber auch durch externe Ursachen verursacht werden wie beispielsweise die Geruchs- und Geräuschbelästigung einer Imbissbude oder anhaltender Baulärm in der Nachbarschaft sein …
3.) Der Vermieter darf einen Schlüssel haben
Es kommt vor, das im Mietvertrag eine entsprechende Klausel vorkommt. Dann darf der Vermieter einen Zweitschlüssel für Ihre Wohnung behalten. Allerdings darf er Ihre Wohnung nicht ohne Ihre Zustimmung betreten. Alles andere wäre Hausfriedensbruch und damit strafbar …
4.) Mietverträge müssen schriftlich abgeschlossen werden
Das ist nicht unbedingt notwendig. Wenn Sie sich mit Ihrem Vermieter über die Wohnung, den Mietbeginn und die Höhe der Miete einig sind, genügt auch die Zusage des Vermieters als gültiger Vertrag. Ob das im Streitfall sinnvoll ist, müssen Sie selbst entscheiden …
5.) Keine Haustiere erlaubt
Das war einmal. Laut Bndesgerichtshof ist ein uneingeschränktes Verbot jeder Tierhaltung nicht erlaubt und damit entsprechende Vertraqgsklauseln unwirksam. Andernfalls wären ja selbst das Halten von Kleintieren wie Hamster, Piepmatz und Co. verboten …
6.) Untermieter müssen vom Vermieter nicht akzeptiert werden
Das ist so nicht richtig. Zwar muss der Vermieter informiert werden, wenn ausser Ihnen zusätzliche Bewohner einziehen wollen. Sind das etwas nahe Verwandte oder Ihr Lebenspartner, darf er sich nicht verweigern …
7.) Die Nebenkosten umfassen immer auch die Reinigung des Gebäudes
Es ist in der Tat richtig, dass die Reinigung des Treppenhauses und anderer, gemeinschaftlich genutzter Räune zu den anteiligen Betriebskosten zählt. Wie bei allen Posten der Nebenkostenabrechnung, sollten Sie aber darauf achten, dass der Vermieterr keine sogenannten Instandhaltungs- oder Reparaturkosten auf Sie abwälzen will …
8.) Wer drei Nachmieter vorstellt, kommt man aus dem Mietvertrag
Dabei handelt es sich um ein hartnäckiges Gerücht. Richtig ist: Der Vermieter muss den Mieter grundsätzlich nicht aus dem Vertrag entlassen – egal, wie viele potentielle Nachmieter er ihm vorstellt…
9.) Nach dem Ablauf der Kündigungsfrist kann der Vermieter die Wohnung räumen lassen
So schnell geht es nicht. Weigert sich ein Mieter auszuziehen, obwohl ihm korrekt und fristgerecht gekündigt wurde, muss der Vermieter zuerst den Klageweg vor Gericht gehen…
10.) Bei Eigenbedarf des Vermieters muss der Mieter weichen
Eine Eigenbedarfskündigung kann nicht so ohne weiteres ausgesprochen werden. Das gilt auch dann, wenn der Vermieter die Wohnung für sich oder einen nahen Verwandten benötigt. Zum Beispeil darf der Eigenbedarf nicht schon bei Abschluss des Mietvertrags für die Vermieter „vorhersehbar“ gewesen sein…